Sprachreise nach Edinburgh

EdinburghDie rund 483.00 Einwohner zählende Metropole Edinburgh ist nach Glasgow, die zweitgrößte Stadt Schottlands. Seit dem 15. Jahrhundert ist sie die Hauptstadt des Landes und seit 1999 auch Sitz des schottischen Parlaments. Wie im übrigen Land auch, wird in Edinburgh als Amtssprache Englisch gesprochen.

Eine Sprachreise nach Edinburgh verspricht ein hohes Maß an Bildung. Aber schon auf der Reise dorthin (vorausgesetzt man bewegt sich von England aus Richtung Edinburgh), wird dem Reisenden klar, dass dieses Englisch von der eigentlich bekannten Sprache erheblich abweicht. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass in Schottland insgesamt drei verschiedene Sprachen gesprochen werden. Zum Teil vermischt sich das Englisch zusätzlich mit dem Scots und der schottisch-gälischen Sprache. Je weiter sich der Reisende von Edinburgh ins Landesinnere bewegt, desto unverständlicher scheint diese zu werden.

Das Scots

Das Scots wird hauptsächlich in den schottischen Lowlands und auf den Inseln im Norden, den Orkneys und Shetlands, gesprochen. Die Grundbasis dieser Sprache dient das alte Nordenglisch, dass durch Invasionen der Wikinger, im 9. und 10. Jahrhundert, stark durch diese skandinavischen Einflüsse geprägt wurde. Noch heute sind einige Wörter in ihrer Schreibweise sowie in ihrer Bedeutung, gleich mit denen in der norwegischen und schwedischen Sprache. Mit der Ausbreitung in die südlichen Landesteile, im 12. Jahrhundert, wurden zusätzlich Begriffe aus dem Lateinischen, dem Gälischen, dem Französischen und dem Niederländischen aufgenommen. Regionale Unterschiede und Abweichungen sowie eigene Dialekte, machen es dem Außenstehenden nicht gerade leicht, dass Scots wirklich zu verstehen. Aber nach einer gewissen Gewöhnungszeit und gutem Zuhören, lässt sich diese Sprache einigermaßen erschließen. Heute zählt das Scots, gemäß der europäischen Charta, zu den Regional- und Minderheitssprachen.

Die schottisch-gälische Sprache

Ein völlig anderes Kapitel bildet die schottisch-gälische Sprache. Diese stellt für jeden, der nicht mit ihr aufgewachsen ist, als eine wirkliche Herausforderung dar. Denn offenbar stimmt das gesprochene Wort nicht mit dem dem gelesenen überein. Alle Buchstaben (im gälischen Alphabet sind nur 18 bekannt) erzeugen für den Außenstehenden ein chaotisches Wirrwarr, die scheinbar ein willkürliches durcheinander erzeugen. Aber auch im Gälischen existieren feste Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Dennoch ist keine andere europäische Sprache bekannt, die aus 18 Buchstaben 90 verschiedene Laute bilden kann. Das Gälische war und ist während seiner Geschichte permanenten Veränderungen unterworfen gewesen. Im Gegensatz zu den Hybriden, dem eigentlichen Verbreitungsgebiet des Schottisch-Gälischen, wo die Sprachgemeinde permanent abnimmt, wächst sie dagegen in den Lowlands seit einigen Jahren relativ stark an.

Trotz der manchmal drakonischen Maßnahmen, die von außen auf die schottische Kultur und Sprache einwirkten, gelang es nicht diese endgültig zu eliminieren. Dieser in Jahrhunderten gepflegte und gewachsene schottische Nationalstolz macht sich bis heute bemerkbar.